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Vana: "Wöchentliche Arbeitszeit laut EU-Recht auf durchschnittlich 48 Stunden begrenzt"

Schwarz-blau macht Österreich zum Vorreiter des Sozialabbaus

Das Vorhaben der schwarz-blauen RegierungsverhandlerInnen, die Arbeitszeit auf 12 Stunden täglich und 60 Stunden pro Woche zu verlängern, stößt auf große Kritik der Grünen. Monika Vana, Vizepräsidentin und arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen Fraktion im Europaparlament, sieht darin einen massiven Angriff auf die Rechte von ArbeitnehmerInnen:

"Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit ist laut der EU-Arbeitszeitrichtlinie über einen Zeitraum von 4 Monaten auf 48 Stunden begrenzt, inklusive aller Überstunden. Ich bezweifle deshalb, dass eine 60-Stunden Arbeitswoche wie von schwarz-blau angekündigt, so einfach umgesetzt werden kann. ÖVP und FPÖ wollen offenbar durch individuellen Druck auf ArbeitnehmerInnen kollektive Rechte umgehen und dadurch um jeden Preis mehr Arbeitsstunden durchsetzen. Dieses Vorhaben unter dem Deckmantel eines vermeintlichen Bürokratieabbaus ist zynisch und zeigt das fehlende soziale Gewissen der künftigen Bundesregierung. Als nächstes kommt dann wohl eine Kürzung des Urlaubs.

In Österreich werden bereits jetzt Abermillionen an Überstunden erbracht. Wir sind im EU-Vergleich eines der Länder mit den längsten Arbeitszeiten. Gleichzeitig steigt die Produktivität, die Löhne aber nicht im selben Ausmaß. Schwarz-blau sollte lieber etwas gegen die dadurch entstehenden Reallohnverluste unternehmen. Eine Verlängerung der Arbeitszeit ist nicht nur arbeitsmarkt- und sozialpolitisch nicht gerechtfertigt, sondern auch gesundheits-, frauen- und familienpolitischer Unsinn.

Wir Grüne lehnen die Pläne von ÖVP und FPÖ ab und setzen uns für eine Verkürzung der Arbeitszeit ein. Mit schwarz-blau kommt eine Regierung, die Interessen von großen Konzernlobbies vertritt aber ArbeitnehmerInnenrechte ignoriert. Wir bräuchten im Gegenteil einen Vorstoß für den Aufbau einer Europäischen Sozialunion, um ArbeitnehmerInnen europaweit wirksam zu schützen. Gerade die Ratspräsidentschaft Österreichs im zweiten Halbjahr 2018 wäre für einen Vorstoß in diese Richtung geeignet. Leider werden wir jedoch Rückschritte und mehr soziale Ungleichheit erwarten müssen."

Rückfragehinweis:    Mag. Dominik Krejsa, MA    Pressesprecher Dr. Monika Vana, MEP    Grüner Klub im Parlament    1017 Wien    Tel.: +43 (0) 1-40110-6705

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/14446/aom

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OTS0083    2017-12-07/11:01

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